Als Linux-User ist man ja oft zu Kompromissen bereit, aber jede Flexibilität hat ihre Grenzen und meine endet wohl mit und bei Unity. Was hat man sich dabei gedacht? Mag sein, dass es irgendwie besonders modern wirkt und auf Netbooks, sowie kleinen Monitoren vielleicht sogar ganz sinnvoll ist, allerdings mutet der „Zwang“ zum Umstieg auf selbige, revolutionäre Neuerung mehr als seltsam an.
Zuerst die Umstellung der Fenster-Knöpfe auf die linke Seite, wo ich als PC User diese schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf der rechten Seite nutze und nun das ach so revolutionäre Unity.
Zwar konnte man die besagten Knöpfe mittels Befehl über das Terminal wieder auf der „richtigen“ Seite platzieren und auch Unity bietet den unwilligen Usern noch eine s.g. klassische Oberfläche an, die sich kaum von der aktuellen Gnome 2 Variante unterscheidet, allerdings soll diese schon mit dem nächsten Versionssprung verschwinden...
Auf ganz normalen Desktop-Rechnern mit Bildschirmen jenseits der 10 Zoll wird man von dem „modernen“ Schwarz nahezu erschlagen. Man kann auf normalen Weg keine Dateien auf dem Desktop ablegen und die Übersicht der geöffneten Fenster ist zu einem farbigen Knopf auf der linken Seite verkommen, der zwar auf viele Arten leuchten kann, aber von der Benutzerfreundlichkeit einem Stein gleichkommt. Allerhand Tastenkombinationen wurden eingeführt, die jeden Anfänger noch mehr überfordern werden... alles in allem will man wohl mit dem Design neue User ansprechen und stößt damit alten Gewohnheiten vor den Kopf, die Benutzerfreundlichkeit hingegen ist dank vielerlei Tastenkombinationen eher etwas für Geeks, da sich unbedarfte Nutzer selbst mit Strg + C / V schwer tun.
Aber das ist ja nicht alles in der schönen, neuen Linux-Welt, was mich aufzuregen weiß, denn man könnte ja noch auf Gnome 3 zurück greifen... (z.B. über die Distribution Mint oder Fedora)... ABER auch der neue Gnome 3 Desktop (der über kurz oder lang auch auf Mint landen wird, welches sich noch tapfer dagegen erwehrt) ist ein Krampf in Sachen Benutzung und Aussehen. Minimalismus ist ja angesagt wie nie zuvor (siehe meine Meinung zu Unity oben), aber Gnome hat nun weniger Charme als eine DOS Anwendung. So prangt das Panel in schwarz und mit gerade einmal 3 „Knöpfen“ (ich traue mich kaum, diese so zu nennen) am oberen Bildschirm und schreit einem förmlich entgegen, dass nun die „Kunst“ eingezogen ist. Mag sein, dass man mittels Gnome-Tweak das - auf css und Javascript basierende - Menü einigermaßen anpassen und als etwas fähigerer User auch noch weit mehr heraus holen kann, aber WARUM hat man Gnome nicht einen kleinen Rest Würde in Sachen Design von vorne herein mitgegeben?!
Aber wie sagt der Volksmund: Kunst liegt im Auge des Betrachters.
Lange Rede kurzer Sinn: Umstieg. Es stimmt mich schon traurig, da ich lange und gerne Ubuntu genutzt und vielen dieses Betriebssystem empfohlen habe. Aber den eingeschlagenen Weg werde und möchte ich zumindest auf meinem, alltäglich genutzten Rechner nicht mitgehen. Unverzichtbar wird wohl Ubuntu auch weiterhin auf Netbook und HTPC( XBMC ) laufen.
Alternativen? Viele! Derer drei möchte ich nun einmal ganz kurz umreißen:
Auf KDE basierendes „Ubuntu“ - leider scheint mir KDE hier nicht besonders gut integriert zu sein, das ganze System fühlt sich irgendwie wacklig an und ich befürchte, dass meine Daten auf einer Floppy-Disk besser geschützt wären. Zwar kann der subjektive Eindruck täuschen, allerdings möchte ich mit einem guten Gefühl vor meinem PC sitzen und nicht denken, dass im nächsten Moment wieder alles verschwunden ist. Vielleicht wirkt aber auch einfach der Fade Beigeschmack von der Vorgehensweise bei Unity nach...
Ein Fork von Ubuntu 11.04, allerdings mit dem alten Gnome 2 Desktop. Sehr interessante Distribution, da auch von Hause aus schon alle möglichen Erweiterungen / Pakete zur Medienwiedergabe mitgeliefert werden. Wer keinen großen Sprung machen möchte bzw. nicht willens ist, sich großartig umzustellen, der ist mit Mint sehr gut beraten. Mich hat allerdings die Tatsache vom Umstieg auf Mint abgehalten, dass es nicht auf lange Zeit Gnome 2 nutzen kann und früher oder später auch bei Version 3 landet und ich möchte nicht jährlich die Distribution wechseln müssen.
Der totale Umstieg... KDE und eine vollkommen andere Grundlage. Da ich schon einmal vor mehr als 10 Jahren in diese Distribution geschaut habe, war die Neugier groß, was sich so alles getan hat – und es ist eine ganze Menge. Aber so ein Umstieg verlangt Geduld, da man sich an etliche neue Programme gewöhnen muss (auch wenn man die alltäglichen wie Chromium und Firefox natürlich auch hier findet) und diese hätte man auch für das Erlernen der Unity Eigenarten oder die Einrichtung von Gnome 3 verwenden können. Aber wenn die Entwickler von Gnome und Unity in solchem Maße die alten User vergraulen, dann trenne ich mich für meinen Teil von deren Arbeit. Eine kleine Anleitung zum Überwinden der ersten Hindernisse werde ich in den kommenden Tagen veröffentlichen.















Kommentare
Mi, 09.05.2012 08:59
Fr, 13.04.2012 23:24
Mi, 11.04.2012 14:58